Die chilenische Atamacawüste gehört zu den niederschlagsärmsten Regionen dieser Welt, zudem sind die atmosphärischen Störungen dort so gering wie wohl an keinem anderen Ort und erlauben damit Astronomen einzigartige Blicke in die Tiefen des Universums. Aus diesem Grund betreibt die europäische Organisation für astronomische Forschung in der südlichen Hemisphäre mehrere Teleskopstationen in dieser Region, eine davon befindet sich auf dem 2635 Meter hohen Cerro Paranal.
Doch Chile liegt auch am Rand zweier großer tektonischer Platten und wird somit immer wieder von schweren Erdbeben erschüttert; so ereignete sich erst vor zwei Jahren das sechstschwerste jemals gemessene Beben in dieser Region. Da der Cerro Paranal gerade einmal 12 Kilometer entfernt von der erdbebengefährdeten Westküste im Landesinneren liegt, bestehen auch für das dort tätige 130-köpfige Forscher- und Betriebspersonal aufgrund der außergewöhnlichen Schwere der Erderschütterungen erhebliche Gefahren.
Bereits im Jahr 2009 erkundete und analysierte ein Team des Technischen Hilfswerks vor Ort die tatsächliche Gefährdungssituation und sprach sich anschließend dafür aus, dass das am Cerro Paranal arbeitende Rettungspersonal einerseits mit zusätzlichem Gerät ausgestattet und andererseits derart aus- und fortgebildet wird, dass es im Ernstfall die bestmögliche Rettung und Versorgung der Opfer gewährleisten kann.
Am 8. Januar 2012 brach nun ein dreiköpfiges Team des Technischen Hilfswerks erneut in diese Region auf, um nach der abgeschlossenen Beschaffung des notwendigen Gerätes zwei Wochen lang das dort arbeitende Rettungspersonal sowohl in Theorie als auch in praktischen Übungen auf die Ortung, Rettung, Bergung und Versorgung von Opfern im Erdbebenfall vorzubereiten; unsere Helferin Viola Huck, die sich seit zwei Jahren im THW Ortsverband Trier engagiert, unterstützte dabei ihre zwei Helferkollegen aus dem THW-Geschäftsbereich Darmstadt als Dolmetscherin.
[Aktualisierung:] Das Darmstädter Echo berichtet über den Einsatz in seiner Online-Ausgabe. [Ende der Aktualisierung]
[2. Aktualisierung:] Wir danken Frau Huck, dass Sie uns einige Ihrer Bilder für die Veröffentlichung zur Verfügung gestellt hat.
Wer sich fragt, was die Astronominnen und Astronomen auf dieser Sternwarte eigentlich machen und wieso es sie ausgerechnet an diesen abgelegenen Winkel der Erde verschlagen hat, der findet in diesem fünfzehnminütigen Audio-Podcast von Professor Harald Lesch einige Antworten auf seine Fragen. [Ende der 2. Aktualisierung]